galerie kienzle & gmeiner

verena pfisterer

räume 1966 (2002)

 

26. september 2002 - 31. oktober 2002

 

English version see below
 

Die Galerie Kienzle & Gmeiner zeigt zum zweiten Mal Arbeiten der Künstlerin und Soziologin Verena Pfisterer (geb. 1941 in Fulda). Die Ausstellung schlägt einen Bogen von den Raumarbeiten der Künstlerin (Raumzeichnungen, Raummodelle und entsprechende Fotografien) aus den 60er Jahren zu solchen der Jetztzeit. Begleitend werden Objektzeichnungen aus der letzten Zeit gezeigt, die die Raumvorstellungen Pfisterer inhaltlich stützen.

Verena Pfisterer studierte von 1960 bis 1967 bildende Kunst, seit 1963 an der Düsseldorfer Kunstakademie in den Klassen Hoehme und Beuys. Sie ist Kommilitonin von Sigmar Polke, Gerhard Richter, Jörg Immendorf, Katharina Sieverding, Palermo, Imi Knoebel, Franz Erhard Walther, Rainer Ruthenbeck, Chris Reinecke, Chris Kohlhöfer, Bernd Blume. Es ist in diesem Zusammenhang nicht nur von einem individualistischen Nebeneinander dieser Künstlerpersönlichkeiten auszugehen, sondern ebenso von einer zeitweiligen gegenseitig befruchtenden künstlerischen Zusammenarbeit, wie sie z. B. auch in der  Ausstellung „Frisches“, 1966 in Düsseldorf ( Beuys, Immendorf, Walther, Reinecke, Pfisterer ), sichtbar wurde. Seit 1967 lebt Pfisterer, die nach einem Studium der Soziologie und Psychologie mit einer Arbeit über Künstlersozialisation promovierte, in Berlin.

Die in Zeichnung, Fotografie und Modell visualisierten Raumvorstellungen (farbige Glasräume) harren noch einer Realisierung im Realraum. Es sind Räume der Kontemplation, letzteres nicht im Sinne eines esoterischen Subjektivismus, sondern in dem einer erneut angemahnten Aufklärung, die auf die noch anstehende Emanzipation des gesellschaftlichen Individuums zielt. Die beigefügten Objektzeichnungen arbeiten alltags- und kulturgeschichtliche Symbole auf, die den Weg der Individuation im Rahmen einer ungelösten Daseinshistorie begleiten. Es gilt, den Worten der Künstlerin zufolge, ihnen die schmerzende Brisanz zu mehren.
 

The Galerie Kienzle and Gmeiner is giving its second presentation of works by the artist and sociologist Verena Pfisterer (born in 1941 in Fulda) in an exhibition that forms a bridge between her spatial works (interior drawings and models and corresponding photographs) of the 1960s and those of today. The exhibition is accompanied by recent drawings of objects that augment her spatial ideas.

Verena Pfisterer studied visual art from 1960 to 1967, from 1963 at the Düsseldorf Art Academy under Hoehme and Beuys. Her fellow students were Sigmar Polke, Gerhard Richter, Jörg Immendorf, Katharina Sieverding, Palermo, Imi Knoebel, Franz Erhard Walther, Rainer Ruthenbeck, Chris Reinecke, Chris Kohlhöfer, Bernd Blume. But this was not simply an individualistic co-existence of artistic personalities; much fruitful collaboration also took place, as evidenced, for example, by the exhibition Frisches in 1966 in Düsseldorf (Beuys, Immendorf, Walther, Reinecke, Pfisterer). After studying sociology and psychology, Verena Pfisterer took a doctorate on the socialisation of the artist. She has lived in Berlin since 1967.

The imaginary rooms (of coloured glass) visualised here in drawings, photography and as models still await their realisation. They are spaces of contemplation, not in the sense of an esoteric subjectivism, but in the Enlightenment sense – unfinished; called for anew – of the emancipation of the social individual. The accompanying object drawings are reappraisals of everyday and cultural symbols that attend the process of individuation within an unresolved existential history, and whose painful explosiveness, according to the artist, needs to be increased.


Sammlung Kienzle