galerie kienzle & gmeiner

thomas schadt

reste vom schäuferle

 

18. september 2004 - 4. november 2004

 

English version see below
 

Reste vom Schäuferle: Fotoarbeiten von Thomas Schadt 1979-2004
 

Unter dem Titel „Reste vom Schäuferle“ zeigt die  Galerie Kienzle & Gmeiner Fotografien des  Regisseurs und Dokumentarfilmers Thomas Schadt. In einer Art autobiografischen Zyklus inszeniert der zweifache Grimme-Preisträger seine  Fotoarbeiten aus den Jahren 1979-2004 und präsentiert  sich somit als Grenzgänger zwischen Fotografie und Film.

Die aktuelle Ausstellung zeigt „Nebenprodukte“ seiner eigentlichen Arbeit als Filmregisseur und Kameramann: In „Variationen“ von 1979 manifestiert sich die Idee des seriellen Einzelbildes gleich eines eingefrorenen Filmbildes, obwohl der Gedanke der fotografischen Bewegung damals noch weit entfernt war. „Bilder einer deutschen Großstadt“ von 1979 hält dokumentarisch den Raum einer Stadt fest, ein zentrales Motiv, das sich in späteren Filmen Schadts immer wieder finden wird, zum Beispiel in „Berlin: Sinfonie einer Großstadt“. Bei „Deutschland: immer und überall“ von 1983-1985 handelt es sich hingegen um eine  Deutschlandserie und Schadts ambitioniertestes Fotoprojekt.

Seinen fotografischen Wurzeln blieb der Wahl-Berliner immer treu, nahm er sich doch einst vor, „Fotograf zu bleiben und Regisseur zu werden“. Doch die praktische Arbeit mit der Filmkamera zeigte schnell, dass es nahezu unmöglich war, die verwandten Techniken des bewegten und des stillen fotografischen  Bildes gleichermaßen ambitioniert und konzentriert auszuüben.

Eine Zeit lang versuchte Thomas Schadt, im Film zu „fotografieren“ und in der Fotografie zu „filmen“, doch letztendlich entschied er sich für das Filmen im Film, machte den Film zu seinem Beruf und pflegte die Fotografie fortan als private Leidenschaft. „Die Fotografie ist meine heimliche Liebe geworden, und ich habe von ihr für meine filmische Arbeit viel, wenn nicht das Wichtigste gelernt. Manchmal stimmt es mich traurig, nicht doch Fotograf geworden zu sein.“

Für Thomas Schadt sind die Fotoarbeiten genauso wichtig wie die Filmarbeiten, und bei genauem Hinsehen ist an ihnen mehr Persönliches über ihn zu erfahren als in manchen seiner Filme. Aus diesem Grunde ist die Freude für ihn um so größer, nach vielen Jahren erstmals wieder eine Ausstellung mit eigenen Fotoarbeiten gestalten zu können.
 

Leftover Pork Shoulder: Photographic Works by Thomas Schadt, 1979–2004
 

Under the title Leftover Pork Shoulder the Galerie Kienzle & Gmeiner is showing photographs by the film director and documentary filmmaker Thomas Schadt. In a kind of autobiographical cycle the two-time Grimme prizewinner is showing photographs from 1979 to 2004, which reveal him to be a border crosser between photography and film.

The current exhibition shows “byproducts” of his work as a film director and cameraman: Variations of 1979 manifests the idea of the serial still image like a frozen film image, even though the idea of photographic movement was still far aware. Images of a German Metropolis of 1979 captures the space of a city in a documentary style - a central motif that will recur again and again in Schadt’s later films, such as Berlin: Sinfonie einer Großstadt (released in English as Berlin Symphony). Germany: Always and Everywhere of 1983–85, by contrast, is a series on Germany and Schadt’s most ambitious photographic project.

The Berlin by adoption has remained true to his roots in photograph, as he once set himself the goal “to remain a photographer but become a director.” But the practical work with the film camera quickly showed that it was all but impossible to practice the related techniques of the moving and still photographic image with equal ambition and concentration.

For a long time Thomas Schadt sought to “photograph” in film and “film” in photography, but ultimately he decided in favor of filming in film, made film his profession, and continued to pursue photography as a private passion. “Photography has become my secrete love, and I have derived from it a great deal for my cinematic work, even perhaps learned the most important things for it. Sometimes it makes me sad that I didn’t become a photographer after all.”

For Thomas Schadt, his photographic works are such as important as his film works, and on closer examination one can learn more personal things about him than from some of his films. That only increases his pleasure at the opportunity, after so many years, to create another exhibition of his own photographic works.


Sammlung Kienzle