SHOW 5

related structures

achim sakic | frank maier

 

25. märz 2012 - 25. august 2012

eröffnung: 24. märz 2012, 19 uhr

 

English version see below

Achim Sakic, der Zeichner, und der Bildhauer und Maler Frank Maier, dessen häufig großformatige Bilder dem Bereich der Abstraktion zuzuordnen sind. Auf den ersten Blick gibt es kaum etwas, was die beiden Künstler verbinden würde. Dennoch evoziert der Titel der gemeinsamen Ausstellung in der Kienzle Art Foundation genau dies: Gemeinsamkeiten, eben: verwandte Strukturen und ist damit eine prägnante Aufforderung an den Betrachter, einen Blick „hinter die Bilder“ zu werfen.

„Die schönsten Allianzen ergeben sich ja bekanntlich dort, wo sie nicht gleich offensichtlich sind“, konstatiert Stephan Berg in seinem Essay zur Ausstellung. Im Falle von Achim Sakic und Frank Maier manifestieren sich die künstlerische Verbindungen in einer gemeinsamen Grundhaltung, einem ähnlichen Zugriff auf die Welt: Beide Künstler entwickeln für Ihre Arbeiten eine methodische Bildsprache, deren „Sprachelemente“ immer wieder neu zusammengesetzt werden können, so dass in ihren Bildern ein eigenes, selbstbezügliches Verweissystem entsteht.

In den Zeichnungen von Achim Sakic findet der geübte Betrachter allerlei Vertrautes: Arbeiten von Künstlerkollegen, fein säuberlich in Vitrinen oder auf Regale gestellt. Dabei geht es Sakic nicht um die fotorealistische Abbildung der Wirklichkeit. Auffallend häufig verarbeitet er Werke von Künstlern, die, wie z. B. Klaus Merkel, ihre Arbeiten selbst als kontextabhängige Summe anderer Bilder begreifen. Zusammengestellt nach einem unbekannten aber protokollarisch anmutenden Muster ziehen sie den Betrachter in ein Labyrinth multipler Spiegelungen und konfrontieren ihn u.a. mit Fragen zur Selbstreferentialität der Bilder und den Bedingungen ihrer Entstehung.

Dass Achim Sakic in seinen Anordnungen auch ein Werk von Frank Maier ausstellt und ihn damit zum Teil seines Kosmos macht, zeigt deutlich die inhaltliche Verbundenheit der beiden Künstler. Denn auch die abstrakten Gemälde Frank Maiers stellen ein Echo auf andere (Bild)Medien und Seherfahrungen dar. Frank Maier transformiert diese Erfahrungen durch Kodierungen, z. B. in Form von Zuschreibungen von Charaktereigenschaften oder Namen, in ein sehr reduziertes Bildprogramm aus Linien, geometrischen Grundformen und Flächen. Damit zielt die Abstraktion nicht auf die reine Oberfläche, das stimmige Muster ab, sondern wird zu einer konzentrierten Narration von Erlebtem.

Zur Ausstellung erscheint ein Booklet mit Texten von Susanne Tietz (Museum Abteiberg Mönchengladbach) und Stephan Berg (Kunstmuseum Bonn).
 

“Related Structures” presents Achim Sakic, the draftsman, and the sculptor and painter Frank Maier, whose oftentimes large paintings may be assigned to the realm of abstraction. At first sight, there is barely anything that connects both artists. And yet, this is exactly what their show at the Kienzle Art Foundation evokes: similarities, related structures. This is a direct invitation to the viewer to look closely and find out what is “behind the pictures.”

“Some of the most wonderful alliances are ones that are not immediately apparent,” states Stephan Berg in his exhibition essay. In the case of Sakic and Maier, their artistic connections are revealed by shared basic views and a similar approach to the world: Both artists develop a methodological language for their images whose “language elements” can always be reassembled anew, thus creating a new type of self-referential system.

An expert observer will detect numerous familiar elements in Achim Sakic’s drawings, such as works by other artists, neatly arranged in showcases or placed on shelves. But Sakic does not intend to come up with a photo-realistic rendering of reality. It is remarkable how often he uses works by artists, who, like Klaus Merkel, define their own oeuvre as the sum of images that are dependent upon context. Created by using an unknown and yet seemingly protocolary pattern, spectators are drawn into a labyrinth of multiple reflections, and are confronted with, among others, queries pertaining to the self-referentiality of images and the condition of their creation.

The close relationship of both artists’ content is illustrated by the fact that Achim Sakic also exhibits one of Frank Maier’s works in his arrangements, thereby making him part of his universe. And Maier’s abstract paintings in turn echo other’s (visual)-media and visual experiences. Frank Maier transforms these experiences by codifications, for example by assigning character traits or names in a reduced picture program formed by lines, basic geometric designs, or planes. The abstraction’s focal point is thus not purely the surface or the coherent pattern. Instead, the abstraction becomes a concentrated narration of experience.

The Kienzle Art Foundation will publish a booklet with texts by Susanne Tietz (Museum Abteiberg Mönchengladbach) and Stephan Berg (Kunstmuseum Bonn) for the show.


Sammlung Kienzle