SHOW 25

gaming: the system

malte frey | julian reiser

11. MAI 2019 - 30. AUGUST 2019

ERÖFFNUNG: 10. MAI 2019, 19-21 UHR

FINISSAGE UND KÜNSTLERGESPRÄCH:

SAMSTAG, 31. AUGUST 2019, 19 UHR

www.maltefrey.de

www.julianreiser.de

www.sisyphos-gluecklich.de

www.gallerytalk.net

Im zweideutigen Titel der Ausstellung gaming: the system von Malte Frey und Julian Reiser entfaltet sich ein prospektives Raunen, überschreibt er doch den Aufschlag zu einer Öffentlichkeit, die die beiden Künstler erst im Begriff sind, für sich zu erobern; wofür diese Ausstellung gleichermaßen Beleg wie prophetische Behauptung ist. Auf einer zweiten Bedeutungsebene spielt der Titel auf ein Gaming an, das auf das System der malerischen Produktion selbst Bezug zu nehmen scheint. Damit schlägt der Titel einen Bogen ins malerische Werk von Malte Frey und Julian Reiser. Dieses findet seine Schnittmenge in einer Reihe von Antinomien, deren Kraftfelder beweglich vor Augen stehen und dort ein produktives Spiel treiben.

Die in Malte Freys Bildern auftauchende Chiffre des X ist bestens geeignet, in eine Aporie zu verwickeln: Offensichtlich Ausstreichung und Negation, formuliert sie im malerischen Sinn gleichwohl eine Setzung eigener Geltung. Damit gerät eben diese prägnante X-Form, die leitmotivisch in einer Reihe von Arbeiten Freys das Bildgeviert aufspannt und als Bild im Bild wiederholt, gleichsam zum Logo seiner malerischen Unternehmung; ist es doch die Spannung zwischen Narration und konkreter Malerei, in die er seine eklektischen Mix-and-match Gemälde versetzt.

Eine aktuelle Werkgruppe Julian Reisers bringt das Faszinosum Malmaschine zur Aufführung: In der computergenerierten Malerei, in diesem Fall über eine zweckentfremdete CNC-Fräse, stehen sich berechnender Algorithmus und eine indexikalische Lebensspur, die „vitalistischen Phantasien“ (Isabelle Graw) Vorschub zu leisten vermag, diametral gegenüber. Allen derartigen Formen zurückgenommener Autorschaft ist gemein, dass sie diese letztlich auf raffinierte Weise betonen; ist es natürlich der Künstler selbst, der die Apparatur aufsetzt. Dieses Gegensatzpaar in einem malerischen Versuchsaufbau zu vermählen, so wie Reiser es praktiziert, versetzt das Gemälde ganz grundsätzlich in ein Spannungsverhältnis, das eine Reihe von Fragen rund um Autorschaft, Originalität und Innovation, sowie ihr gesellschaftliches Setting, emittiert. 

In der Gemeinschaftsausstellung verschränken sich ihre Bildwelten zur perspektivischen Kippfigur: "What you see is what you see" meint Frank Stella. Bezogen auf Malte Frey und Julian Reiser ließe sich ergänzen: "What you see is not what I see!"

Jens Bülskämper