laquitude

CÉline adamo

 

21. november 2015 - 30. januar 2016

eröffnung: 20. november 2015, 19 uhr

 

Die Kienzle Art Foundation freut sich, die erste Einzelausstellung von Céline Adamo in Berlin zu präsentieren. Die in Frankreich geborene Malerin konzentriert sich in ihrer künstlerischen Arbeit auf die Materialität der Farbe. Anstelle von Pinsel oder Spachtel nutzt sie minimale Gerätschaften wie Bassins oder Dosen für die Herstellung ihrer Gemälde. Die Malerei ist bei Céline Adamo ein Prozess im steten Dialog mit der Zeit.

Die Ausstellung "Laquitude" präsentiert einen Überblick der verschiedenen Schaffensphasen der Künstlerin mit dem Fokus auf drei Werkserien: Die "Caissons" sind nur scheinbar monochrome Bodenarbeiten. Kontrolliert und pointiert hat die Künstlerin Schichten von Industrielacken In quadratische Holzbassins geschüttet, so dass die Farben miteinander in einen physischen Prozess treten können. Für die Serie "Gouttes" hingegen lässt Céline Adamo Farbtropfen für Farbtropfen auf eine Fläche fallen bis sich diese zu einer Schicht zusammenschließen. Dabei tariert die Künstlerin den Rhythmus so genau, dass sich die Farbtropfen überlappen oder miteinander vermischen. Zum haptischen Material wird die Materialhaftigkeit der Farbe in "Les Peaux". Nicht durchgetrocknete Farbreste, die Farb-„Häute“, werden hier im rechten Moment abgezogen und neu zu abstrakten Farbreliefs arrangiert.  

Der Faktor Zeit ist für den Entstehungsprozess der Malereien von Céline Adamo wesentlich. Jegliches Schütten, Tropfen oder Gießen der Farben ist durch die Künstlerin kalkuliert und austariert und zeugt von einer strengen Kontrolle über das Verhalten der Farbe, die sie sodann schonungslos dem physikalischen Prozess überlässt.

Céline Adamo gelingt aus dem scheinbaren Widerspruch von malerischem Experiment und körperlicher Disziplin eine eigene künstlerische Position in der Malerei und eine Erweiterung des zeitgenössischen Malereibegriffs.


Sammlung Kienzle