galerie kienzle & gmeiner

after all that can be said

gary stephan | john miller | klaus merkel

 

17. september 2005 - 9. dezember 2005

 

English version see below

Der Ausstellungstitel AFTER ALL THAT CAN BE SAID verweist nicht in erster Linie auf die jeweils etwa drei Jahrzehnte lange Kommentar-Spur zu deren Werken, sondern will nach allem was gesagt wurde noch eins in Aussicht stellen: Neue Bildpositionen dreier erfahrener Künstler.

Der New Yorker Maler Gary Stephan, der diese Ausstellung konzipiert hat, begann bereits in den 60iger Jahren seinen „picture painting discourse“. Abstraktionen fallen ins Konkrete, Oberflächen geraten zu Dimensionen. In seinen Gemälden muss der nicht lokalisierte, formal negierte Raum, sich jeweils neu erschaffen, d. h. im Auge des Betrachters in seinen Einzelteilen immer wieder neu zusammensetzen. Er spricht von sich als „Bildermacher“, von Bildern im Bild, den „images“ die dem Bildgrund eingeschrieben sind und vom Dilemma der Deutung, das er will und permanent malerisch formuliert.

Während  Gary Stephans Werk lange nicht mehr hier zu sehen war, ist John Miller und sein „Braun“ ziemlich präsent, allerdings so sehr wie die Freudsche und Marxsche Theorien es nicht mehr sind. Der Überzug mit braunschlammiger Paste löscht die Besonderheit des einzelnen Gegenstands. Kompromisslos thematisiert er Anonymität und  Auslöschung. Seine künstlerische Strategie geht vom flachen Abbild über zum Objekt und in die Installation. Zwei der ausgewählten Arbeiten stammen aus dem Zusammenhang des Jahrs 1992, seines damaligen DAAD – Stipendium - Aufenthalts in Berlin.

Etwa zur selben Zeit arbeitet Klaus Merkel an einer Revision seines bisherigen Werkes. Wieder gemalte Bilder, verkleinert, eröffnen ein komplexes malerisches Konzept. Produktionsbedingungen, Fragen des Archivs, Depots, Katalogs, werden „Motive“ im Bild. Das Verhältnis von Abbildung und Original erfährt eine verwirrende Zuspitzung, eine Verhandlung, in der Bilder verschiedene Systeme bilden und das Gemälde zum endlich radikal einzigen und eigentlichen Ort von „Installation“  wird. Bei diesen Operationen soll nicht das Bild oder die Möglichkeit von Malerei ausgetrieben werden, sondern allein die Vorstellung von ihrem voraussetzungslosen, sozusagen naiven Gelingen.
 

All Painting, all sculpture, all photography is theoretical, negotiating between sings and experiences. Some work drives toward the building blocks, other to the constructed image. The artist here understand this transit. Today the discourse is understood to be given, vital and assumed. So the interesting human question becomes: to what  end. For the better part of this last century we  watched  artists walk closer and closer to the microphone and the pen, making the criteria for visual art ist resistance to language, ist positive proof, faded value. AFTER ALL THAT CAN BE SAID these artists are world builders, constructing places that ultimately are neither rescued nor shielded by language. Places not empirical dimension but the seamless smearing of senses and thoughts.

Gary Stephan 2005


Sammlung Kienzle